Der Marburger Bund unterstützt Sie im Kampf gegen die Überlastung im Klinikalltag

Jetzt ist Zeit, aktiv zu werden! Wir sind die Mehrheit.

Mehr Zeit für meine Familie!

Der immense Zeitdruck belastet nicht nur den Arbeitsalltag der Ärztinnen und Ärzte, er wirkt sich auch negativ auf deren persönliche Gesundheit und Privatleben aus. Überlange Arbeitszeiten, nicht planbare Überstunden und kurzfristig übernommene Dienste erschweren zudem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Junge Mütter stehen oft vor der schwierigen Herausforderung, ihre Weiterbildung in Teilzeit vorantreiben zu müssen und gleichzeitig ausreichend Zeit für ihre Familie zu finden.

Das Thema gewinnt an Bedeutung: Teilzeitarbeit unter Ärzten nimmt zu und immer mehr junge Frauen arbeiten in der kurativen Medizin. Die Arbeitgeber sind auf die veränderten Bedürfnisse ihrer Belegschaft vielfach nicht ausreichend eingestellt. Nur wenige Kliniken bieten familienfreundliche Maßnahmen an, wie z.B. eine passende Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten und verlässliche Dienstpläne. An vielen Häusern hakt es zudem bei der Umsetzung.

Es ist Zeit zu handeln, denn Zuwendung braucht Zeit!

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„Die Schwierigkeiten fingen schon in der Schwangerschaft an: Es war nicht klar, was man als Schwangere tun darf und was nicht. Eigentlich musste man sich selbst darum kümmern und erkundigen, welche Tätigkeiten man ausführen darf. Außerdem hat man ständig das Gefühl, anderen zur Last zu fallen, weil viel Arbeit an den Kollegen hängen bleibt.

Dann brauchten wir einen Krippenplatz für den ganzen Tag. Schon einen zu finden, der auf unsere Bedürfnisse als Ärzte-Ehepaar passt, wurde zur Herausforderung. Das bedeutet für uns: Unsere anderthalbjährige Tochter ist untertags sehr lange weg. Schichtdienste werden schwierig, wir können keine Nacht- und Wochenenddienste gleichzeitig machen. Unsere Dienstpläne müssen abgestimmt sein. Dadurch bleibt uns noch weniger Zeit gemeinsam mit der Familie."

INFOS & FAKTEN

Privat- und Familienleben leidet unter zu hoher Arbeitsbelastung

Die hohe Arbeitsbelastung macht bei angestellten Ärzten auch vor ihrem Privatleben nicht halt: 77 Prozent der Klinikärzte werden durch die Arbeit so stark in Anspruch genommen, dass dadurch ihr Privat- und Familienleben leidet.  Und 60 Prozent geben an, ihnen würde neben der Arbeit nicht ausreichend Zeit für Privatleben bleiben. Bei den langen Arbeitszeiten verwundert dies nicht. 62 Prozent der Ärzte arbeiten mehr als 48 Stunden pro Woche, jeder fünfte hat sogar eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 60 bis 80 Stunden inklusive aller Dienste und Überstunden. Dabei würden Ärzte ihre Arbeitszeit lieber spürbar reduzieren. Etwa die Hälfte (51 %) würde gerne 40 bis 48 Stunden pro Woche arbeiten.

77 % der Klinikärzte beklagen, ihr Privatleben leide durch die starke Arbeitsbelastung.

60 % der Klinikärzte haben nicht ausreichend Zeit für ihr Privatleben.